Leseprobe


Rettet die Nomen

Bild von PIRO4D auf Pixabay

Hier finden sie Leseproben von meinen bisherigen Werken, veröffentlicht oder auch noch nicht.


Viel Spass!

Was halten Sie als Leser davon, sich in die Werke einzubringen? Schreiben Sie mir Ihre Meinung. Geben Sie mir Anregungen. Schreiben Sie selbst zu einem meiner Romane ein Kapitel.


Setzen Sie sich mit mir in Verbindung.

Nun wollen wir die Nomen retten! Oder die Welt? Am besten gleich alles zusammen!

 

   Nachdem ich das Buch „Die Suche nach den Geheimnisvollen Städten“ beendet hatte, setzte ich mich abends nur noch gelegentlich an das Manuskript, um da und dort etwas zu korrigieren oder zu „verbessern“. Jeder Schriftsteller wird mir bestätigen, dass sein Buch / seine Bücher niemals richtig fertig werden.

 

   Zum Einschlafen ging ich abends an meiner zwölf Metern Taschenbuchbibliothek längs, um mir etwas passendes zum Einschlafen zu suchen. Ich nahm mir von Terry Pratchett den Science-Fiction-Fantasy-Roman „Die Schlacht der Nomen“ zum wiederholten Mal aus dem Regal und begann zu schmökern. Wie es dann üblich ist, fiel mir das Buch dann auf die Nase und wollte mir damit sagen: Genug gelesen, nun bist du müde, Augen zu! Nach gut einer Woche war ich am Schluss angelangt und wollte das Buch wieder zurückstellen, als ich merkte, dass ich die Geschichte hier doch einfach nicht aufhören lassen konnte. Mir jedenfalls fehlte was!

 

   Am nächsten Abend saß ich vor meiner Tastatur und verknüpfte „Die Suche nach den Geheimnisvollen Städten“ mit dem Völkchen der Nomen. Bis mir meine Frau auf die Schulter tippte und meinte, dass es jetzt schon nach zwei Uhr morgens sei und ich endlich ins Bett kommen sollte. Aber da hatte ich den Anfang für den zweiten Band schon fast fertig. Einen Titel hatte ich auch schon: Rettet die Nomen, und dann die Welt. Mit Stichworten hatte ich die grobe Story hergestellt. Nun musste nur noch „Fleisch“ an die Sache. Welche Personen sollten dieses Mal mit von der Partie sein, wo sollte es überall hingehen?

 

   Wochen, nein Monate vergingen, mein Leben und meine „richtige“ Arbeit ging weiter und Wort an Wort reihte sich in meiner Textverarbeitung aneinander. Wie üblich hörte ich dazu Musik (fand aber bis heute noch keine passenden Stücke, so wie es mir beim vorherigen Roman passierte) und ich stöberte bei Pixabay nach passenden Bildern.

 

   Dann noch ein ganz wichtiger Gedanke: Ich sollte wohl die Erlaubnis für die Verwendung wichtiger Textabschnitte aus dem Buch von Terry Pratchett einholen. Also eine Mail an Andreas Brandhorst geschrieben (der Übersetzer und Autor von ScienceFiction-Romanen aus dem Englischen ins Deutsche). Ich bekam sie auch sehr schnell und schrieb noch einmal einige Zeilen hinzu…

 

… fertig. Lesen sie hier einen kleinen Auszug aus dem wohl unglaublichen und ebenso phantastischen Bericht aus den dampfenden Tagebüchern von Marlies und Uli...



   Als im Jahr 1988, unter erheblicher Aufmerksamkeit der ganzen Welt, die auf unserer Welt gestrandeten ›Nomen‹ aufbrachen, um wieder nach Hause zu kommen, blieb nur eine ganz geringe Anzahl Nomen unbemerkt hier bei uns auf der Erde zurück (lesen Sie dazu die Tatsachenberichte von Sir Terry Pratchett: ›Trucker, Wühler, Flügel‹, auch neu aufgelegt unter dem Titel ›Die Schlacht der Nomen‹)

   Wo diese dann abgeblieben sind, konnte bisher niemand herausfinden. Bis sie bei Marlies und Uli zuhause auftauchten!


   Und ich muss ihnen als Leser folgendes mit auf den Weg geben:

Wenn Sie sich nicht die Mühe machen wollen (sie sollten es aber auf jeden Fall tun), den Roman von Sir Terry Pratchett »Die Schlacht der Nomen» (früher unter den Titeln »Trucker», »Wühler», Flügel» zu bekommen) zu lesen, erfolgt hier eine (sehr) kurze Zusammenfassung:


 

Am Anfang…


… war Arnold Bros (gegr. 1905), das große Kaufhaus.

Etwa zweitausend Wichte – beziehungsweise Nomen, wie sie sich selbst nannten – wohnten dort. Vor langer Zeit hatten sie das Leben im Freien aufgegeben und sich unter den Bodendielen der Menschheit niedergelassen.

Zwischen den Welten über und unter dem Fußboden gab es keine Kontakte. Die Menschen waren viel zu groß und zu langsam und zu dumm.

   Nomen leben schnell Für sie sind zehn Jahre wie ein Jahrhundert. Seit über achtzig Jahren stellte das Kaufhaus ihr Zuhause dar, und in dieser Zeit hatten sie vergessen, was Sonne, Wind und Regen bedeuteten. Für sie existierte nur das Kaufhaus, erschaffen vom legendären Arnold Bros (gegr. 1905), als Heimat für anständige, demütige Wichte. Dann kamen Masklin und seine kleine Gruppe aus dem Draußen, an das die Nomen überhaupt nicht glaubten. Sie wussten, was es mit Wind und Regen auf sich hatte: Genau davor flohen sie.

   Und sie brachten das Ding mit. Jahrelang hatten sie es für eine Art Talisman oder Glücksbringer gehalten. Doch im Kaufhaus, in der Nähe von Elyktrizität, erwachte es plötzlich und erzählte einigen auserwählten Nomen von Dingen, die sie kaum verstanden…

Denn genau wie sie das Draußen vergessen hatten, hatten sie auch die Geschichte über ihre Herkunft vergessen.

Die Wichte erfuhren, dass sie von den Sternen gekommen waren, an Bord eines Schiffes. Seit vielen Jahren wartete das Schiff irgendwo hoch am Himmel, um die Nomen heimzubringen…

   Sie erfuhren auch, dass ihr Kaufhaus in drei Wochen abgerissen werden sollte.

Es fiel Masklin nicht leicht, die Nomen von der bevorstehenden Gefahr zu überzeugen, sie zu veranlassen, mit einem gestohlenen Lastwagen aus dem Kaufhaus zu fliehen.

   Sie fanden einen alten Steinbruch, und für eine Weile führten sie dort ein einigermaßen sorgenfreies Leben.

Aber wenn man zehn Zentimeter groß ist und sich in einer Welt der Riesen befindet, bleibt man nie lange ohne Sorgen.

Wie sich herausstellte, wollten die Menschen den geschlossenen Steinbruch wieder öffnen und in Betrieb nehmen.

In der Zeitung entdeckten die Nomen ein Bild von Richard Arnold, dem Enkel des Gründers von Arnold Bros. Jenes Unternehmen, dem das Kaufhaus gehörte, war jetzt ein großer, internationaler Konzern, und Richard Arnold – so hieß es in der Zeitung – wollte nach Florida reisen, um den Start des ersten Arnco-Kommunikationssatelliten zu beobachten.

Das Ding verkündete folgendes: Wenn es den Satelliten ins All begleitete, konnte es das Schiff rufe. Masklin beschloss, mit zwei Begleitern zum Flugplatz zu wandern und dort zu versuchen, nach Florida zu gelangen und das Ding in den Himmel zu bringen. Eine lächerliche und absurde Idee, zugegeben. Aber Masklin wusste nicht, dass es eine lächerliche und absurde Idee war – deshalb hielt er an dem Plan fest.

   Mit den Nomen Angalo und Gurder brach er auf, davon überzeugt, dass Florida höchstens zehn Kilometer entfernt sein konnte und nur einige hundert Menschen auf der ganzen welt lebten. Sie wussten nicht genau, wohin sie unterwegs waren und was sie unternehmen sollten, wenn sie ihr Ziel erreichten, aber sie waren entschlossen, trotzdem das Irgendwo aufzusuchen und dort zu handeln.

   Letztendlich gelang es einer sehr großen Gruppe Nomen, vom Raumschiff aufgenommen zu werden. Aber eben nicht alle. Vereinzelte Gruppen, ihres Wissens über ihre Vorfahren und sich selbst beraubt, lebten immer noch auf dem Planeten Erde, um den es immer schlechter bestellt war.

   Von einer dieser letzten Gruppen und vielem anderen erfahren wir mehr in diesem Tagebuch. Doch nun...


-


   Jesper, der Nom, hatte es sich hinter einigen auf dem Schreibtisch stehenden Büchern bequem gemacht. Von hier aus konnte er den gesamten Raum und die Tür bestens im Auge behalten. Vom Erdgeschoss drang herrlicher Frühstücksduft bis hin zu ihm, und, das musste er leider zugeben, ihm lief das Wasser im Mund zusammen. An der Wand tickte eine Uhr und in unregelmäßigen Abständen knackte es im Gehäuse des Rechners. Das war ja wohl ein total erstaunliches Gerät, ein sehr großer Schrank aus Metall mit ganz vielen bunten Lichtern auf der Vorderseite. Mehrere Kabel gingen von ihm zu einem weiteren Schränkchen, in dem Tasten wie von einer Schreibmaschine montiert waren. Und darüber hing ein matter Spiegel, von dem Jesper aber noch nicht wusste, wozu er diente.

   Mit einem Mal ging die Zimmertür auf. Ein großer Mensch mit langen, lockigen Haaren, die er mit einem Band hinter dem Kopf zu einem Zopf zusammengebunden hatte, kam herein. Ein bequem geschnittenes Hemd konnte jedoch den Bauch nicht ganz verbergen, auch wenn das Hemd nicht in die Hose gesteckt war. Eine Hose aus einem blauen Stoff und ein Paar breite, bequeme Schuhe vervollständigten die Kleidung. Mit bedächtigen Schritten kam der Mensch auf den Tisch zu, wahrscheinlich, um sich auf den Stuhl zu setzen, der davorstand.

   Aber daraus wurde nichts. Er blieb wie erstarrt vor dem Tisch stehen, um mit weit offenen Augen auf das Blatt Papier zu starren, das Jesper dort hingelegt hatte. Dann nahm er das Blatt, setzte sich auf den Stuhl und studierte den »Brief«. Dann sah er nachdenklich auf und blickte sich im Raum um.

   »Aha«, dachte sich Jesper, »nun geht es los. Wenn ich nicht so vor Angst zittern würde!«

Mit zwei seiner längsten Schritte, die er jemals getan hatte, stand er dann plötzlich dort, wo vorher noch sein Brief lag und winkte mit beiden Armen, schön langsam, damit der Mensch ihn auch sehen konnte.

   Und der schrak tatsächlich erst einmal zusammen, ganz wie es sich Jesper gedacht hatte. Dann kniff er die Augenlider zusammen, nahm das Gestell von der Nase, in der sich zwei Glasscheiben befanden und wischte schnell mit einem Tuch darüber und beugte sich langsam vor, um sich genau anzusehen, was da vor ihm auf dem Tisch stand.


-


   Oh bitte, kneif mich doch mal einer. Wenn ich das jemandem erzähle, glaubt mir doch kein Mensch. Vor mir auf dem Tisch steht ein Mensch in Miniaturformat! Und jetzt wedelt er auch noch mit den Armen. Also stimmt es, was ich gerade gelesen habe. Es gibt sie tatsächlich noch. Als ich damals im Jahr neunzehnhundertachtundachzig über die Sache mit den Außerirdischen las, habe ich das genauso für einen Scherz gehalten wie die ungewöhnlichen Erscheinungen in und den komischen Gerüchten über die Area »fiftyone« in Amerika. Aber hier vor mir steht ein Nomen! Und ich glaube, er will etwas von mir. Wenn es stimmt, was Sir Terry Pratchett, der Nomenforscher, von dem ich einmal etwas gelesen hatte, sagte, dann läuft für die Nomen die Zeit der Menschen zehnmal langsamer ab. Wenn ich ihm also etwas sagen wollte, dann in einer so hohen Stimme wie eben möglich, und auch noch so schnell wie möglich.

   »Hallo, ich bin Uli. Willkommen bei uns. Du brauchst keine Angst zu haben, wir werden dir nichts tun. Hoffentlich verstehst du mich?«

   Beinahe hätte ich mich versprochen, so schnell hatte ich noch nie gesprochen. Das musste sich total albern anhören, mit einer so hohen, quietschigen Stimme zu sprechen. Hoffentlich belauschte mich niemand. Sonst schließen sie mich noch ein und werfen den Schlüssel weg! Und anstrengend ist es auch noch.

   Der kleine Mann sah mich an wie… na, ich weiß nicht wie. Aber ich vermutete, dass er mich trotz meiner Bemühungen nicht verstand.

   Tadah! Geistesblitz! Ich schnappte mir einen Stift und schrieb auf einen alten Briefumschlag, der noch auf dem Tisch lag, das Gleiche, was ich gerade gequietscht hatte. Dann hielt ich den Umschlag dem Nomen hin. Der sprang in die Höhe und nickte mit dem Kopf. Also konnte er das lesen.

   Jetzt nahm er seinen eigenen Stift (einen Bleistiftstummel) aus dem Gürtel und schrieb etwas unter meine Nachricht. Da hatten wir dann auch den Salat. Ich konnte es einfach nicht lesen.

   Warte, schrieb ich, ich rufe meinen Freund, der kann uns bestimmt helfen. Ich hoffe, dass du einverstanden bist??

   Der kleine Mann nickte bejahend und setzte sich erst einmal hin. Dann zog er aus einer Hosentasche ein kleines Päckchen, wickelte es aus und biss kräftig in ein… Butterbrot! Winzig klein. Na logisch. Aber es sah so putzig aus. Wenn Marlies das erst einmal sah…

   Ich ging zum Telefon an der Wand und lies mich mit Holger verbinden. Nach kurzer Zeit nahm er ab und war erfreut und erstaunt, dass ich mich schon wieder bei ihm meldete.

»Du, Holger, ich habe da mal wieder ein Problem, bei dem du mir wirklich sehr gut helfen könntest. Kannst du vorbeikommen?«

   Er versprach, innerhalb der nächsten halben Stunde bei mir zu sein und sagte tschüss.

Auf den Zettel für den Nomen schrieb ich, dass ich jetzt Marlies holen würde, damit auch sie den Nomen kennen lernen kann. Wieder nickte er bejahend und aß dann weiter. Ok, er war erst einmal beschäftigt, ich ging nach unten um Marlies zu holen. Oh man, ging es mir durch den Kopf, ich habe es gerade mit einem winzig kleinen Menschen zu tun gehabt. Warum überrascht mich das nicht? Es kam bestimmt daher, dass mir und Marlies noch in den vergangenen Wochen die tollsten Sachen passiert sind. Da gewöhnt man sich an solch Unglaubliches.

   »Hallo mein Schatz, ich habe da was ganz Interessantes, das solltest du dir wirklich jetzt sofort einmal ansehen. Kommst du mal mit nach oben in mein Büro?«

»Was hast du wieder angestellt? Du hast nur Dummheiten im Kopf, und ich muss es wieder richten. Na gut, die Kartoffeln können im Moment auch ohne mich kochen. Aber wirklich nur einen Moment!«

   Und was soll ich hier nun noch groß erzählen. Marlies fiel aus allen Wolken, akzeptierte aber sehr schnell, dass wir Untermieter hatten. Nach einigem Hin und Her schickte ich sie wieder nach unten, damit es keine Bratkartoffeln gab und wartete dann erst einmal auf Holger. Der auch kurz darauf eintraf. Nun war er an der Reihe, eventuell vorhandenen Fliegen freien Zugang bis zu seinem Magen zu gewähren. Er bekam den Mund einfach nicht zu.

Alle Bilder, außer meinen eigenen:


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