Leseprobe


Die Suche nach den geheimnisvollen Städten

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In der großen Wüste / Piratenüberfall


Irgendwann muss mich der Schlaf übermannt haben. Daraus schreckte ich hoch und blickte mich panisch um. Es war tiefste Nacht. Zuerst bemerkte ich es nicht, aber das Flugmobil lag völlig ruhig in der Luft, wenn auch mit etwas Neigung nach Steuerbord, die Nase leicht in den Himmel gereckt. Es war kalt in der Kanzel. Ein erster Blick nach draußen zeigte mir einen klaren Nachthimmel, in dem abertausende von Sternen ruhig funkelten. Ein zweiter Blick auf das Thermometer zeigte mir, dass es Saukalt war, um die null Grad herum. Gut, das hieß, der Sturm hatte uns wie auch immer überholt und uns aus seinen tobenden Wolken ausgespuckt, als wären wir es nicht Wert, dass er weiterhin mit uns sein tödliches Spiel treiben wollte.
Ich blickte mich im Cockpit um, bemerkte ein wenig Durcheinander, was mich aber nicht weiter beunruhigte, hatten wir ja eine stürmische Fahrt hinter uns. Ich stieg aus der Steuerkanzel in die angrenzende Pantry hinunter. Es sah aus wie auf einem Schlachtfeld. Papiere, zerbrochenes Geschirr, die Überreste von meinem guten Malzwhiskey (natürlich nur zu medizinischen Zwecken!) und etliche andere Gerätschaften lagen wüst durcheinander, stellenweise auch zerbrochen auf dem Boden.
Da durchzuckte mich ein Gedanke: Wo war Marlies? Ein schneller Blick nach draußen (viel war ja nicht zu sehen): alles in Ordnung, nichts im Weg, genügend Höhe, na ja, vielleicht so ungefähr fünfzig Meter über dem Boden, eher weniger. Ein Blick auf die Instrumente: einige zeigte überhaupt nichts an, andere wieder völlig unsinnige Werte, also fast alles in Ordnung, soweit man für den Augenblick sehen konnte.
Ich eilte mit pochendem Herz nach hinten, um die restlichen Kabinen in Augenschein zu nehmen. Im Vorratsraum, der ja zur Hälfte ein großes Eisfach war, schien alles in Ordnung zu sein. Hier war nichts zu Bruch gegangen, Herbert sei Dank! Etwas weniger gut sah es in dem langen Gang aus, der sich einmal von vorne bis hinten durch unser Flugmobil zog. Eine große Pfütze hatte sich auf Grund der schiefen Fluglage in einer Ecke des Raumes gesammelt und müffelte unidentifizierbar vor sich hin. Ich meinte, entfernt meinen guten Malt zu erkennen. Aber auch hier war keine Marlies!
Weiter, nächste Kabine. Der Aufenthaltsraum. Hier hatte es einige Zierpflanzen, auf die Marlies so großen Wert legte, umgeworfen und die Erde auf dem Fußboden verstreut. Einige der neuen elyktrischen Lampen waren zerbrochen, das musste ich nachher noch reparieren. Aber immer noch keine Marlies!
Jetzt kam das Arbeitszimmer, von mir liebevoll „Labor“ genannt, in dem auch der Kommunikator stand und meine Bildaufnahmegeräte verstaut waren. Aber in welchem Zustand er war! Der Papiervorrat, den der Kommunikator zum Ausdrucken benötigte, hatte sich im ganzen Raum verteilt. Das war aber kein großer Schaden. Das ließ sich schnell wieder beheben. Aber ich sah auch, dass einige elyktrische Glühröhren entweder zerbrochen waren oder einfach nicht mehr leuchteten. Mist. Aber darum musste ich mich ebenfalls später kümmern. Wo war Marlies?
Der letzte Raum vor dem Lager war unser Schlafabteil. Ich riss die Tür auf und... keine Marlies! Gehetzt blickte ich mich um. Alles war in Ordnung, die Schranktüren geschlossen, nichts zerbrochen. Lediglich die Oberbetten waren vom Bett gerutscht und lagen in einem wirren Haufen davor. Ich nahm den Haufen mit beiden Armen und warf ihn erst einmal auf das Bett. Ordentlich war gestern! Und da lag sie, vor dem Bett, die Prinzessin der Morgenröte. Erleichtert blickte ich auf sie herunter und dachte mir so: das passiert schon mal, wenn man sich nicht angeschnallt zum Schlafen legt. Aber dann sah ich das Blut in ihren Haaren! So behutsam wie möglich legte ich sie erst einmal auf das Bett (vorher wieder runter mit den Oberbetten) und sah mir ihren Kopf an. Hoffentlich nichts Schlimmes. Ich bin ja kein Arzt, aber mehr als eine kleine Platzwunde mit einer dicken Beule konnte ich nicht erkennen. Also erst einmal den Verbandkasten geholt, Wunde gesäubert und desinfiziert. Ich hoffte schon, dass meine Prinzessin dadurch aufwachen würde um mir wegen der Schmerzen die Augen auszukratzen... Aber die Bewusstlosigkeit war wohl stärker als der Schmerz durch das Desinfizieren. Noch schnell einen Verband Marke Turban angelegt, Puls und Atmung kontrolliert, dann noch auf dem Bett festgeschnallt (was mir da alles für Gedanken durch den Kopf gingen...) und wieder zurück in die Steuerkanzel. Nun musste ich schnellstens landen, am besten bei einer Stadt und die Hilfe eines Doktors in Anspruch nehmen.
Nun erst fiel mir auf, was wohl schon mein Unterbewusstsein beschäftigte und mir immer wieder auf die Schulter tippte, um mich darauf hinzuweisen: die Maschinen liefen nicht! Ich also mit doppelter Beeilung wieder zurück in die Steuerkanzel.
Ich drückte die Knöpfe für die Zündung, verstellte die Hebel für das Gemisch. Hören konnte ich wohl die Anlasser, aber die Motoren starteten einfach nicht! Erst ein Blick auf die Anzeige für den Füllstand der Hyperkoksgasvorräte zeigte mir, dass die Tanks wohl voll waren, aber leider nur noch mit Luft. Ich hatte wohl während des Sturms alle Vorräte verbraucht. Mist!
Falsch, sagte ich mir sofort, du warst eingeschlafen und hast nicht auf den Verbrauch geachtet.
Noch einmal Mist!
Also Gas ablassen, ganz wenig nur, bis ich merkte (und die Instrumente es auch anzeigten), dass es langsam nach unten ging. Ich schaute nach draußen, viel gab es aber nicht zu sehen. Nein, falsch, es gab eine Menge zu sehen, nämlich Sand, Sand und nochmals Sand. Schön arrangiert in großen Dünen, dazwischen kleine Dünen, und richtig, da gab es auch noch klitzekleine Dünen. Sprich: Dünen im Überfluss. Was ich aber jetzt brauchte, war eine Tankstelle mit angeschlossener Sanitätsstation. Am besten gleich die Gelben Engel, oder wie der Verein hieß.
Nachdem ich die Lady auf dem Boden aufgesetzt hatte, schoss ich die Notankerhaken in den Sand, so dass ein sicherer Halt gewährleistet war. Jetzt erst einmal nach Marlies sehen und sie weiter versorgen, so gut ich es konnte. Sie lag immer noch ruhig in unserem Bett als ob sie sich überhaupt nicht bewegt hätte (logisch, sie war ja angeschnallt). Puls und Atmung waren aber kräftig und regelmäßig, sodass ich mir ein klein wenig weniger Sorgen machte. Da kam mir eine Idee! Schnell ab in die Pantry und zwei Tassen von dem schwarzbraunen Bohnenaufguss bereitet. Sofort schlich sich ein angenehm anregender Duft durch die offenstehenden Türen durch das ganze Flugmobil bis in die Schlafkabine. Ich schnappte mir die Tassen, ging zu Marlies ... und ließ beinahe vor Schreck die Tassen fallen! Mit verschlafen Augen blinzelte sie mich an und sagte: „Das wurde aber auch langsam Zeit! Willst du mich hier verdursten lassen? Und bind´ mich bitte los, oder hast du noch was anderes mit mir vor? Und mir dröhnt der Kopf, autschen. Und… küss mich! Los, jetzt, auf der Stelle, sofort!“
Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich schnallte sie los, gab ihr einen dicken Kuss und reichte ihr die Tasse mit dem belebenden Getränk, fragte sie, ob ich ihr ein Schmerzmittel geben solle, was ich dann auch sofort tat. Dann erläuterte ich Marlies erst einmal die Lage. Auch erklärte ich ihr, was ich in den nächsten Stunden vorhätte. Dazu gehörte eine große Aufräumaktion, denn in diesem Durcheinander könne man nicht erkennen, was denn noch alles entzwei gegangen ist, und ich wollte auch nicht noch weitere Dinge zertreten. Dann wollte ich sehen, ob ich denn nicht die Kommunikationsanlage wieder Instand setzen kann. Ein Hoch auf unsere Weitsicht, genügend Ersatzteile mitgenommen zu haben. Und hoffentlich auch die richtigen! Und dann müssten wir uns noch eine Lösung für unser Fluggasproblem einfallen lassen.

Alle Bilder, außer meinen eigenen:


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